Frauenfußball und Damentennis

Frauenfußball und Damentennis


Das schönere Stöhnen bei der Ballannahme kommt vom Damentennis, das ist unbestritten. Da gibt es wahre Künstlerinnen, was das Stöhnen betrifft. Der Frauenfußball kann da viel von lernen. Schon lange tänzeln keine Elfen mehr auf dem Court herum. Da wummern die Bälle getrieben von Kampfmaschinen, die mehr Oberschenkelumfang haben als Marilyn Monroe Oberweite. Frauenfußball ist etwas archaischer, wird ja auch von Frauen gespielt und nicht von Damen. Das merkt man gleich. Damentennis hat eine Aura, Frauenfußball, nun ja, was hat Frauenfußball? Wäre die Antwort leichter, wenn es Damenfußball hieße? Kann man sich vorstellen, dass Damen Fußball spielen? Jedenfalls gibt es bei den Männern die Holzklasse. Genau, das sind die von ganz weit unten, die, die nicht mehr absteigen können, die Unberührbaren. Beim Frauenfußball kann man sich das gar nicht vorstellen. Eine Holzklasse, nie!

Seit es Golf fast schon zum Massensport gebracht hat ist Tennis out. Tennis ist nicht mehr elitär. Golf ist das gerade noch. Was waren das für Tennisjahre mit Boris Becker und Steffi Graf, da wuchsen die Tennishallen wie Schwammerl auf der grünen Wiese. Die Platzbelegung ging von morgens 4 Uhr bis Nachts um zwei Uhr. Alles vorbei! Die Schwammerl, … äh, die Tennishallen wurden umgewidmet in Outletcenter oder Getränkegroßmärkte. Jetzt wachsen die Golfplätze auf ehemaligem Ackerboden irgendwo in der Pampa. Da wird eingelocht und geputtet. Nebenan ein schnuckeliges Golf-Ristorante. Ein dutzend braungebrannte Golflehrer haben es auf mehr oder weniger junge Golferinnen abgesehen. Dort ist man noch wer! Die Auserwählten haben Platzreife, die anderen eben nicht. Das ist Elite! Die da drüben und wir herüben. Golflehrer sein heißt die da drüben nach herüben zu führen. Ein tolles Gefühl, wenn der Abteilungsleiter die Platzreife hat und sein Chef nicht. Das kann nicht gut gehen, einer muss den Golfclub wechseln, raten sie mal wer. Und wenn keiner wechseln will, dann wird einer die Firma wechseln müssen. Wollen sie nochmal raten wer?

Ein paar Menschen machen sich schon Gedanken um eine Nachgolfära. Diese Zeit ist vielleicht näher, als wir denken. Aber noch herrscht Ungewissheit was anstelle von Golf treten könnte. Ein paar grundlegende Eigenschaften muss der neue Sport erfüllen. Zu sehr soll sich der Aspirant nicht verausgaben müssen. Er muss die neue Mode während der Sportausübung zeigen können. Er muss immer gut dabei aussehen. Partnerlook ist sehr wünschenswert. Das darf natürlich etwas mehr kosten, sonst ist ja gleich jeder Hanswurst dabei.

Eine Hand voll Futuristen arbeiten seit Jahren an einem neuen Sport, der Golf ablösen soll. Beinahe wäre das bayerische bzw. alpenländische Fingerhackeln in die engere Wahl gekommen. Es ist nur daran gescheitert, dass fingerhackelnde Damen nicht unbedingt vorteilhaft aussehen, wenn sie ihr Gegenüber über den Tisch ziehen.

So sucht man munter weiter und immer mehr erreichen die Platzreife. Kritisch wird es dann werden, wenn Hartz IV Empfängern nicht nur ein Fernsehgerät zusteht sondern auch eine Golfausrüstung.


17.7.11 09:38

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