Eines wundert mich

Die Welt versinkt im Wehgeschrei über die Rezession und niemand, auch nicht der letzte Spinner, kommt auf die Idee eine sagenhafte Rettungsaktion zu starten. Ja, jetzt wissen Sie nicht von was ich rede. Ich sag es ihnen gleich. Unsere deutsche, beziehungsweise europäische Geschichte ist voll von sagenumwobenen Schätzen. Irgendwo liegen sie gut versteckt und müssen nur geborgen werden. Da gibt es den Schatz der Nibelungen oder den heiligen Gral, respektive den Schatz der Templer. Warum macht man sich nicht auf die Suche nach diesen Schätzen? Wir könnten damit alle Banken retten, die Autobauer, Kassenärzte und Milchbauern. Aber, - niemand macht sich die Mühe nach solch einem Schatz zu suchen. Nun hat fast jeder Dan Brown gelesen und trotzdem kommt keiner auf die Idee. Ich finde das absurd. Da werden Rettungspakete geschnürt mit Geld, das man nicht hat, Bürgschaften werden getätigt mit Kapital, das dem Steuerzahler schwer auf der Tasche liegen wird. Wir könnten es so einfach haben, wenn einer endlich mal ernsthaft nach dem Nibelungenschatz suchen würde. Irgendwo im Rhein soll er versenkt worden sein. Die Suche würde nur ein Bruchteil dessen kosten, was die deutsche Forschungsstation "Neumayer III." in der Antarktis verschlang. Dort ist jedenfalls kein Schatz vergraben.

Oder sie suchen in dem beschaulichen Dorf Rennes-le-Château in Südfrankreich, dort nämlich soll der Templerschatz versteckt sein. Aber nein, statt sich mit so was zu beschäftigen regen sie sich über die oberfaule Piusbruderschaft mit ihren antisemitischen Äußerungen auf. Entdeckertypen haben wir nicht mehr, nur noch Verwaltertypen. Aber wir müssen gar nicht so weit in der Geschichte zurück gehen. In der Eifel soll ein gewaltiger Nazischatz vergraben sein. Von zwei Tonnen Gold und Silber ist die Rede. So was muss doch zu finden sein mit unserer Technik heutzutage. Wir geben viel Geld aus um ein atomares Zwischenlager zu schaffen. Da werden Stollen, breit wie Autobahnen, in Berge getrieben, die sollten lieber mal auf Schatzsuche gehen. Nach dem Bernsteinzimmer wurde bisher nur halbherzig gesucht. Seit 1945 ist es verschwunden, nachdem es vorher feinsäuberlich in Kisten verpackt wurde. In Königsberg wurde es das letzte Mal gesehen. Das sind doch Anhaltspunkte, die eine Suche erleichtern; stattdessen wurde ein Plagiat angefertigt und von der Ruhrgas AG mit 3,5 Millionen Dollar gesponsert. Für eine Schatzsuche braucht es kreative Köpfe, aber wer eine abgehalfterte Promi-Oma als Dschungelkönigin akzeptiert, dessen Phantasie tendiert gegen pervers und nicht in Richtung Ideenreichtum.

© by Fabrizius

2.3.09 22:20

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