Die bayerische SPD, wie ich sie sehe

Jetzt kommen sie aus ihren Ecken gekrochen, die blassen Genossen der bayrischen SPD. Pronold sicherte sich erst mal seinen Listenplatz, dann schmiss er hin. Wohlgemerkt, nicht den Listenplatz, nur den SPD Vorsitz. Das nenne  ich Timing!

Nun hört und liest man Namen, von denen man vorher nie etwas hörte.
Allerorten wird was von Neuanfang gefaselt, und dass die »Schulz-Welle« nun auch nach Bayern überschwappen würde.
Wenn Ihr euch da mal nicht täuscht.

Es macht ein furchtbares Bild, wenn die Stellvertreter und die Stellvertreter der Stellvertreter per Zeitungsmeldung ihren Senf verbreiten. Das mag dem eigenen Ego schmeicheln, der Partei nützt das überhaupt nicht.
Ein »Neuanfang«, auch in der bayrischen SPD, gehört erst mal in die Parteigremien, die dann zeitnah mit Pressemeldungen Öffentlichkeit herstellen. So und nur so bekommt das ein Gesicht.

Sonst wird das nichts mit dem Überschwappen.

Wenn ein charismatischer Vordenker fehlt, was seit Jahren der Fall ist, ist es um so wichtiger, eine in sich einige und geschlossene Truppe zu präsentieren.
Aber auch das vermisse ich.
 
In einem ist die bayrische SPD spitze. Wenn’s ums Gezänk geht, spielt sie erste Liga.
Allerdings steht so auch fest, die 14 Prozent werden in Stein gemeißelt sein.

4.2.17 06:36, kommentieren

Fazit 2016: Oder die Massenmörder im feinen Zwirn.

 Sie scheuen das Wort »Krieg«, statt dessen reden sie von »militärischer Auseinandersetzung«. Dadurch werden Rüstungsgeschäfte gigantischen Ausmaßes ermöglicht.

Die Krisenherde dieser Welt werden nicht befriedet, sondern am Köcheln gehalten. Nur so sind permanente Waffen- und andere Geschäfte möglich.

Ist mal nichts Passendes am Laufen, rasselt garantiert bald ein Durchgedrehter mit dem Säbel. Geldgier und Machthunger machen’s möglich. Am Frieden ist das Großkapital nicht interessiert, damit lässt sich nichts verdienen. Zerstören und Wiederaufbauen sind die Geschäfte, die sie mögen.

Sie selber sitzen fernab in ihren Nobelsuiten und reiben sich die Hände. Das leidende Volk wird ignoriert und als Kollateralschaden abgetan.

Erschlagene, Zerfetzte und Ertrunkene werden billigend in Kauf genommen!

Wer Waffen finanziert, muss sie nicht in den Händen halten. Wer Kriege anzettelt steht gewiss nicht im Schützengraben.

Wenn es dann noch heißt: »Wir müssen unsere Demokratie verteidigen und denen unsere westlichen Werte näherbringen!«, dann wird es unappetitlich um nicht zu sagen zum Kotzen.

Vor diesem Hintergrund ist der Wunsch:

»EIN GUTES NEUES JAHR«

Zynismus pur.

1.1.17 10:18, kommentieren

In die Zukunft geschaut.


Freunde, jetzt ist es soweit.
»Handlettering« ist angesagt!
Das klingt so modern, so cool, so abgefuckt.

Da brauchst Du keine Mouse, kein Board, nicht mal einen Computer. Da brauchst Du nur einen Stift und ein Blatt Papier. Und natürlich eine Anleitung. Wie will man sonst damit Geld verdienen.

Wer kann denn heute noch so richtig per Hand schreiben? »Handlettering« heißt ins Deutsche übersetzt »Handschrift«, nicht mehr und nicht weniger. Wir hatten früher, Schönschreiben. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen daraus einen Anglizismus zu machen.

Nichts mehr mit SMS, Twitter, E-Mail und all dem Kram. Der Zettel erobert die Schreibtische. »Post it« wird wieder modern. Der Zettelkasten ersetzt den PC. Da steht natürlich nicht mehr »Zettelkasten« drauf, sondern »Handlettering-Box«.

Das ist so wie mit der Mode. Alles kommt einmal wieder.

Da sitzt jetzt so ein Nerd weinend vor seinem neuen iMac, unfähig auch nur ein Wort zu stammeln, und weint bitterlich. Kein Posting, kein Mailing mehr. Handarbeit ist gefragt. Siri wird arbeitslos.

Die olle Schiefertafel erobert die Grundschule zurück. Briefpapier mitsamt Kuvert wird wieder in.

Kolbenfüllfederhalter und Tintenfass erleben eine Renaissance. Die Bleistiftproduktion setzt zum Höhenflug an. Wallstreet und Frankfurter Börse notieren, selbstverständlich handschriftlich per Zettel, Höchstmargen der Schreibwarenindustrie. Appel muss Konkurs anmelden. Windows ist eh nur noch Schrott.

Amazon hat sein Programm radikal umgestellt. Handgeschriebene Briefe werden bevorzugt behandelt. Reihenweise werden Internetportale dicht gemacht. Es besteht keine Nachfrage mehr. Elektronisch geht nichts mehr.
Handlettering erobert die Medien. Kuriere und Brieftauben sind wieder gefragt. Selbst das Faxgerät wird argwöhnisch beäugt, obwohl damit noch Handschriftliches übermittelt werden kann.

Ganz weit hinten rangiert die Bundestagsverwaltung. Sie tut sich sichtlich schwer das neue Handlettering umzusetzen.

Maschinengeschriebene Briefe werden vom Finanzamt nicht mehr angenommen. Alles wird radikal umgestellt.
Die Kontoauszüge der Banken und Sparkassen werden handschriftlich verfasst und per Post zugestellt.

Der Paradigmenwechsel ist immens! Handlettering löst das Computerzeitalter ab!

21.12.16 22:03, kommentieren

Die etwas andere Schöpfungsgeschichte


Als Gott die Sonne schuf
Erfand der Teufel sogleich den Sonnenbrand.
Gott erschuf Mann und Frau,
der Teufel die Ehe!

Nun wollte der Herr der Schöpfung die Krone aufsetzen
Und erschuf den Politiker.
Da musste der Teufel lange überlegen,
Schließlich erfand er einen zweiten Politiker.

Seit dieser Zeit ist die Zwietracht in unserer Welt!

15.12.16 13:37, kommentieren

Habt Ihr Euch schon mal darüber Gedanken gemacht?

 

Den meisten von uns ist er schon in frühester Jugend begegnet. Mit ihm wurden wir Erwachsen. Nicht auszudenken, was los wäre, wenn er nicht mehr da wäre.

Der Mann aus Myra hat in unserer Tradition eine lange Vergangenheit. Er ist tief verwurzelt im abendländischen Christentum und in unseren Herzen.

Aber, da gibt es noch einen. Einen wesentlich Jüngeren, der erst in den Dreißiger Jahren aus Amerika rübermachte.

Nehmen wir mal an, Sankt Nikolaus trifft rein zufällig den Weihnachtsmann. Ein Türke trifft einen Amerikaner.

Vielleicht fragt Nikolaus sein gegenüber, wo er denn genau herkomme. Amerika sei ja sehr groß.
Er könnte ihn auch fragen, warum er immer eine rote Hose und einen roten Wams trage mitsamt Zipfelmütze und ob das was zu bedeuten habe.
Oder was es mit dem Schlitten und mit dem Rentier auf sich habe. Vielleicht fragt er ihn auch, ob das »Ho ho ho«, das er immerzu ruft, Amerikanisch sei, oder von den Sioux-Indianern übernommen wurde.

Ganz schnell wird sich dann herausstellen, der Weihnachtsmann hat mit dem Christfest überhaupt nichts zu tun. Er wurde nur zu uns rübergeschickt, um Kasse zu machen. Ein typischer Trittbrettfahrer, eine Erfindung von Coca Cola.
Und erst die ganzen Storys drumherum. Er soll des nächtens durch den Kamin kommen. Was für ein Unsinn.

Der Nikolaus käme aus dem Kopfschütteln nicht heraus.

Sein Rentier, das übrigens Rudi heißen soll, habe eine rote Nase, die im Dunkeln leuchten würde.  So ein Schmarrn.

In ganz Europa ist dieser rotgewandete Mann mit seiner Zipfelmütze weit verbreitet. Er klettert an Balkongeländern und Balustraden hoch, steht mal dick, mal weniger dick in so manchem Schaufenster. Um immer wieder dieser bescheuerte Ruf »Ho ho ho!«

Lieber heiliger Nikolaus,
habe Nachsicht mit diesen Amerikanern. Sie haben es nie anders gelernt. Woher sollen sie es denn wissen? Von Coca Cola?
Es fehlt ihnen die Tradition. Als Du lebtest, war Amerika noch gar nicht entdeckt. Da gab es riesige Bisonherden auf den Prärien, stolze Indianer lebten mit der Natur in Einklang. Einen Weihnachtsmann gab es zu Deiner Zeit sicher nicht. Da war ja Weihnachten da drüben noch nicht mal erfunden.

Die verblüffende Ähnlichkeit mit einem typisch deutschen Gartenzwerg sollte Dir aufgefallen sein. Aber selbst den gab es schon vor ihm.

Er ist eine Modeerscheinung, mehr nicht.

Auch wenn er noch so laut sein »Ho ho ho« ruft.
Du heiliger Nikolaus und nur Du bist in unseren Herzen.

5.12.16 21:47, kommentieren

Die Vermessung der Bratwurst.

Gleich neben der Fressbude, etwas abseits der drängelnden Masse, standen zwei Herren. Der eine mit Pelzmütze, der andere barhäuptig, allerdings mit lockiger Haarpracht und Pferdeschwanz. Ich schätzte beide so um die Sechzig.
 
Gerade hatte jeder eine Halbmeterwurst in einer aufgeschnittenen Semmel erstanden. Das ist auf Christkindlmärkten und auch auf Weihnachtsmärkten nichts besonderes, dabei meine ich nicht nur die Halbmeterwurst.
 
Mit einem Zollstab vermaß der Pferdeschwanzträger seine Wurst. »Zweiundvierzig Zentimeter!«, brummelte er, »eine Gemeinheit!«
 
Nun machte er von der Wurst mitsamt angelegtem Meterstab ein Bild mit seinem iPhone. »Das wird ein Nachspiel haben!« Dann wendete er sich dem Verzehr zu.
 
Sein Gegenüber, der mit der Pelzmütze, hatte noch kein Sterbenswörtchen geredet. Schweigsam verspeiste auch er seine Halbmeterwurst mitsamt Semmel, wobei diese Wurst nicht vermessen wurde.
 
»Lug und Trug überall auf derer Welt! Sog i doch schon alleweil!«, mischte sich nun der Pelzbemütze ein. »Da müsste man jetzt jede Halbmeterwurst, die über die Theke geht, vermessen.
 
Ich wette mit Dir, da ist keine wirklich einen halben Meter lang! Keine!«, antwortete der Wurstvermesser.
 
»Kaf' mer uns no a Hoilbe? Von dem Glühweingepantsche hab ich die Nos’n voll!« »O.K., geh'n ma rüber zum Hofragner!«
 
Nun trollten sich beide davon und wurden bald von der Menschenmenge, die sich durch die Budengassen schob, verschluckt.

26.11.16 13:17, kommentieren

Die Installation

Neulich war ich auf einer Vernissage der besonderen Art!
Geschlagene eineinhalb Stunden dauerte die Zumutung, bis mir der Kragen platzte.

Ich stand auf, es waren nur wenige Schritte bis zum Podium, schnappte mir das Mikrofon und sagte: »Ich kann dieses abgefuckte Geschwafel nicht mehr hören!«

Es war mucksmäuschenstill. Eigentlich wollte ich etwas mit »Scheiße« sagen, aber ich beherrschte mich und milderte auf »abgefucktes Geschwafel« ab.

Der Laudator in der ersten Reihe schaute sehr indigniert und kräuselte die Stirn. Die Künstlerin neben mir, sie stand noch auf dem Podium, behielt den Mund so weit offen, dass man die Kronen ihrer Backenzähne einzeln abzählen konnte. Es waren drei.

Es war nämlich so: Der Laudator, irgend ein Kunstmensch, wahrscheinlich mit abgebrochenem Kunstakademiestudium, hatte fast eine Stunde herumgeredet. Er palaverte was von neuer Frische in der Kunst, von tropischen Farben, Urwaldstimmung und all so ein Kram.

Besagte »Urwaldstimmung« war ein Ensemble, in Kunstkreisen »Installation« genannt, aus einem hohlen Baumstamm, in dessen Inneren eine Neonröhre Licht durch ein Gestrüpp von grell angemalten Gräsern nach außen warf. Neben dem Baumstamm lag eine zusammengefaltete aber ramponierte Bastmatte in Giftgrün, darauf stand ein golden angemalter Dreibeinschemel, an dem eine rostige Blechdose mit einem überdimensionierten weiß angestrichenen Nagel festgenagelt war.

Unter dem Schemel lagen eine Plastikschlange, ein Eierkocher und drei Suppenlöffel aus Aluminium.


Das  Ensemble war auf einem roh gezimmerten Holztisch hergerichtet, der mich spontan an einen Lattenrost erinnerte. Jedenfalls gehörte der Holztisch nicht zur Installation, er war nur eine erhöhte Ablage um diese besser zur Geltung zu bringen.

Die drei Suppenlöffel würden die drei monotheistischen Weltreligionen symbolisieren, meinte der Kunstakademieabbrecher. Der Eierkocher, so dozierte er weiter, sei eine Hommage an die Fruchtbarkeit.

Das war einfach zu viel für mich. Als danach die Dreikronenkünstlerin was von der Erotik des Baumstammes faselte, stand ich auf.
Sie kam nicht mehr dazu, die Plastikschlange zu erklären.

Der Eklat nahm seinen Lauf. Und jetzt grübele ich, ob ich eventuell zu spontan reagiert habe.

23.10.16 17:40, kommentieren


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