Samstag

seit Stunden sitze im am Text, heute geht es mir leicht von der Feder. Ein neues Kapitel in Sachen "Schickeria" ist fertig. Nochmal drüber lesen, Kleinigkeiten ausbessern. Der Text steht. Danach verlor ich mich in meinem Geschreibsel von 1999, alles in Word Perfect geschrieben. Damals wollte ich schon mit einem Storyboard arbeiten, ich tue es heute noch nicht. Ein paar Protagonisten von Damals sind auch heute noch aktiv. Der Erzählstil ist besser geworden.



Was Neues

Eine neue Serie ist angedacht.

Alltäglichkeiten und andere Besonderheiten

unter diesem Obertitel werden neue Geschichten entstehen, darunter auch paranormale Phänomene. Hier eine Rohfassung als Leseprobe:

Wie alles anfing

Die Pfeffermühle war nicht dort, wo sie sonst immer stand. Sie war nirgends zu finden. Der panierte Steinbutt ohne Pfeffer, undenkbar. Er blieb verschwunden, den Fisch aß ich trotzdem, er war salzlastig ohne den Pfeffer. Auch an den darauffolgenden Tagen, es gab keinen Fisch, blieb sie verschwunden. Da ich ganz alleine in meiner Wohnung lebe, seit Wochen keinen Besuch empfing, konnte ich das Verschwinden niemanden anders in die Schuhe schieben. Auch nach mehreren Wochen tauchte sie nicht auf. Ich mochte diesen hölzernen Kumpel mit seinem abgedrehten Knauf. Kann sich eine Pfeffermühle entmaterialisieren? Ich hatte bisher nie davon gehört. Tatsache bleib, meine Pfeffermühle war weg. Ich stellte ganz unsinnige Nachforschungen an, schaute unter mein Bett, wohl wissend, dass sie da nie sein konnte; schaute sogar im Kleiderschrank zwischen Pullovern und T-shirts nach. Nichts! Es gab keinen Anhalt, dass Einbrecher in meiner Wohnung waren. Eine Weile hatte ich den Papierkorb in Verdacht, in dem ich aus Bequemlichkeit auch so manchen Küchenabfall entsorgte. Wie sollte eine Pfeffermühle in den Papierkorb kommen, noch dazu eine voll Funktionsfähige. Natürlich kann man eine Pfeffermühle verschmerzen, was ist schon dran an so einem Ding? Eine Neue ist ganz schnell angeschafft. Aber, die ungeklärten Umstände ihres Verschwindens ließen mir keine Ruhe. Solange ich denken kann gehörte sie zu meinem Inventar. Immer stand sie am gleichen Platz neben dem Salzstreuer auf dem Gewürzbord. Der Salzstreuer ist noch da.


Bis auf den heutigen Tag blieb die Pfeffermühle verschwunden. In all den Jahren des Grübelns und des Zweifelns wurde ich zum Kenner des Paranormalen. Dort wo andere Menschen keine Erklärung mehr geben konnten schöpfte ich meine Erkenntnisse. Es gibt Dinge in unserer Welt, die wir weder messen noch bestimmen können. Sie sind da obwohl unser Verstand sagt: „Das kann nicht sein!“ So besehen war das Verschwinden meiner Pfeffermühle der grandiose Anfang einer phantastischen Erkenntnis.

Das Phänomenale daran, das Paranormale ist in unserem Alltag, wir blenden es nur aus, weil wir es nicht erklären können. Ich meine damit keine esoterischen Spinnereien oder Stühlerücken, nein, plausible Alltäglichkeiten die eine so unverhoffte Wendung nehmen, dass sie nicht mehr erklärbar sind. Leichtgläubige werden solche Phänomene mit Zufall abtun.

Da geht ein Mitfünfziger seit Jahren, was sag ich seit Jahrzehnten, immer den gleichen Weg zur Arbeit. Jahrein jahraus zur gleichen Zeit den gleichen Weg. Nun passierte folgendes. Morgens las er im Lokalteil seiner Zeitung, dass die zur U-Bahnhaltestelle führende Straße mitsamt Gehsteig wegen Kabelarbeiten für zwei Tage komplett gesperrt sei. Es war sein Weg. Daraufhin beschloss er nicht mit der U-Bahn zu fahren sondern ausnahmsweise mit dem Auto. Am zweiten Tag detonierte eine Bombe in der U-Bahnhaltestelle exakt zu dem Zeitpunkt, an dem unser Mitfünfziger sonst am Bahngleis stand und auf die Bahn wartete. Es gab keine Kabelarbeiten, die Straße war auch nicht gesperrt und nirgends in einer Zeitung fand sich darüber eine Vorankündigung. Aber unser Mittfünfziger hatte es in seinem Lokalteil, den er jeden morgen las, gelesen. Die Zeitung lag noch auf seinem Schreibtisch, er suchte die Meldung und fand sie nicht mehr. Statt dessen fand er Tags darauf die Namensliste der Bombenopfer im Lokalteil und las seinen eigenen Namen unter den Toten. Ein Anruf in der Redaktion konnte das Missgeschick nicht ausräumen. Die Liste sei so von der Polizei gekommen. Die Polizei hatte die 7 Todesopfer sehr schnell identifizieren können. Sein Pass fand sich in seiner Brieftasche in der Mantelinnentasche eines der Opfer. Pass und Brieftasche gehörtem ihm, aber es war nicht sein Mantel und die Leiche war ein Fremder. Er solle sich doch mal ausweisen bat der Polizeibeamte auf dem Revier. Sein vermeintlicher Pass, den er vorlegte, zeigte nicht ihn sondern ein x-beliebig fremdes Gesicht. Der bei der Leiche gefundene Pass hingegen zeigte sein Gesicht.

Das x-beliebige fremde Gesicht hatte auch keine Ähnlichkeit mit dem Gesicht des Opfers, das durchaus noch ordentlich trotz Bombe erhalten war.

Das Gesicht des Beamten wurde erst ratlos, dann verzweifelt. Das war zu viel für einen einfachen Oberwachtmeister, wie soll er das Protokollieren, wie seinen Vorgesetzten weiter melden.


 

Griseldis

Zufall - ich fand das Buch in unserem Bücherregal - "Griseldis". Nie habe ich dieses Buch vorher wahr genommen.

Die Romane von Hedwig Courths-Mahler (1867 - 1950) werden als Groschenromane abgetan. Ich fing zu lesen an. Vor vielen vielen Jahren sah ich im Fernsehen den Film "Griseldis", nur ganz schwach kann ich mich daran erinnern. Jetzt bin ich mitten drin in dem Roman und bin von dieser Schreibe begeistert. Und spannend ist die Story allemal.

 

Frauenfußball und Damentennis

Frauenfußball und Damentennis


Das schönere Stöhnen bei der Ballannahme kommt vom Damentennis, das ist unbestritten. Da gibt es wahre Künstlerinnen, was das Stöhnen betrifft. Der Frauenfußball kann da viel von lernen. Schon lange tänzeln keine Elfen mehr auf dem Court herum. Da wummern die Bälle getrieben von Kampfmaschinen, die mehr Oberschenkelumfang haben als Marilyn Monroe Oberweite. Frauenfußball ist etwas archaischer, wird ja auch von Frauen gespielt und nicht von Damen. Das merkt man gleich. Damentennis hat eine Aura, Frauenfußball, nun ja, was hat Frauenfußball? Wäre die Antwort leichter, wenn es Damenfußball hieße? Kann man sich vorstellen, dass Damen Fußball spielen? Jedenfalls gibt es bei den Männern die Holzklasse. Genau, das sind die von ganz weit unten, die, die nicht mehr absteigen können, die Unberührbaren. Beim Frauenfußball kann man sich das gar nicht vorstellen. Eine Holzklasse, nie!

Seit es Golf fast schon zum Massensport gebracht hat ist Tennis out. Tennis ist nicht mehr elitär. Golf ist das gerade noch. Was waren das für Tennisjahre mit Boris Becker und Steffi Graf, da wuchsen die Tennishallen wie Schwammerl auf der grünen Wiese. Die Platzbelegung ging von morgens 4 Uhr bis Nachts um zwei Uhr. Alles vorbei! Die Schwammerl, … äh, die Tennishallen wurden umgewidmet in Outletcenter oder Getränkegroßmärkte. Jetzt wachsen die Golfplätze auf ehemaligem Ackerboden irgendwo in der Pampa. Da wird eingelocht und geputtet. Nebenan ein schnuckeliges Golf-Ristorante. Ein dutzend braungebrannte Golflehrer haben es auf mehr oder weniger junge Golferinnen abgesehen. Dort ist man noch wer! Die Auserwählten haben Platzreife, die anderen eben nicht. Das ist Elite! Die da drüben und wir herüben. Golflehrer sein heißt die da drüben nach herüben zu führen. Ein tolles Gefühl, wenn der Abteilungsleiter die Platzreife hat und sein Chef nicht. Das kann nicht gut gehen, einer muss den Golfclub wechseln, raten sie mal wer. Und wenn keiner wechseln will, dann wird einer die Firma wechseln müssen. Wollen sie nochmal raten wer?

Ein paar Menschen machen sich schon Gedanken um eine Nachgolfära. Diese Zeit ist vielleicht näher, als wir denken. Aber noch herrscht Ungewissheit was anstelle von Golf treten könnte. Ein paar grundlegende Eigenschaften muss der neue Sport erfüllen. Zu sehr soll sich der Aspirant nicht verausgaben müssen. Er muss die neue Mode während der Sportausübung zeigen können. Er muss immer gut dabei aussehen. Partnerlook ist sehr wünschenswert. Das darf natürlich etwas mehr kosten, sonst ist ja gleich jeder Hanswurst dabei.

Eine Hand voll Futuristen arbeiten seit Jahren an einem neuen Sport, der Golf ablösen soll. Beinahe wäre das bayerische bzw. alpenländische Fingerhackeln in die engere Wahl gekommen. Es ist nur daran gescheitert, dass fingerhackelnde Damen nicht unbedingt vorteilhaft aussehen, wenn sie ihr Gegenüber über den Tisch ziehen.

So sucht man munter weiter und immer mehr erreichen die Platzreife. Kritisch wird es dann werden, wenn Hartz IV Empfängern nicht nur ein Fernsehgerät zusteht sondern auch eine Golfausrüstung.


In was für einer Welt leben wir?

In Japan tobt ein Inferno, ein Wahnsinniger rottet sein eigenes Volk aus während ein gelähmter UN-Sicherheitsrat diplomatischen Firlefanz proklamiert. Aber nicht genug damit. Im Bundestag wird eine Atomdebatte vom Zaune gebrochen, die Wut in mir hochsteigen lässt. In was für einer Welt leben wir?

Wähernd auf der einen Seite der Weltkugel ein geschundenes Volk ums Überleben kämpft, seine Toten betrauert und hofft, dass die atomare Katastrophe ausbleibt, vernichtet ein Despot auf der anderen Seite sein eigenes Volk.

In was für einer Welt leben wir.

 

Wir können uns nur dort hinunterstürzen wo ein Abgrund ist

oder: auch in einer kleinen Pfütze kann man ertrinken


Skurrile Tage fangen banal an, allerdings entwickeln sie sich stürmischer. Das ist nicht vorhersehbar, damit muss man zurechtkommen. Immer ist solch eine Entwicklung Zufall, planen kann man das nicht.

Nun ist es passiert, der Tag läuft aus dem Ruder. Wir bemerken es natürlich zu spät. Der Selbsterhaltungstrieb will uns zu einer Reaktion zwingen und genau damit begehen wir den ersten und kardinalen Fehler. Wir wollen korrigieren, aber es wird uns nicht gelingen. Immer kommen wir einen Schritt zu spät. Eine Heerschar von Personaltrainern hat sich dieses Phänomens angenommen ohne es zu lösen. Erste Maßnahme, Deeskalation. Ein tolles Wort aber für unsere Situation unbrauchbar, es greift nicht. Schadensbegrenzung, schon besser. Nur, was wollen wir begrenzen, wenn wir nicht mal wissen was passiert. Eine Vorahnung kann man weder deeskalieren noch begrenzen, man kann nur abwarten was kommt.

Also lehnen wir uns zurück und harren der Dinge die da kommen. Nichts tun, wenn sich was zusammenbraut, ist schwer, es erfordert Mut. Jeder Aktionismus verschlimmbessert die Situation. Wir legen die Hände in den Schoß und hoffen. So viele Gedanken gehen uns jetzt im Kopf herum. Denken ist erlaubt, bloß nicht handeln. Mit der Zeit wird das unerträglich. Jetzt gilt es beharrlich im Nichts tun zu bleiben.

Genau an diesem Punkt fragen sie: Was passiert jetzt?" Die unlogische Antwort lautet: Niemand weiß es!"

Exakt das ist ein skurriler Tag. Wir sind mitten drin und wissen nichts. Wir spielen alle Möglichkeiten durch und doch wird es anders kommen. Wir sehen den Tag hinunterstürzen obwohl kein Abgrund da ist.

Das mit dem Schreiben ist so eine Sache

mal flutscht es mal geht gar nichts. Momentan geht es gerade mal so, könnte besser sein. So, jetzt habe ich meinen schriftstellerischen Zustandsbericht definiert. Ja, es entstehen neue Geschichten, an älteren wird herum gefeilt und noch ältere werden in die ewige Schublade befördert, wobei diese Schublade eine externe Festplatte ist, die ein Sammelsurium von Unausgegorenem enthält.

Immer wieder stelle ich fest, dass ich konsequenter mit dem Schreiben sein muss. Manchmal fehlt die Zeit, ein anderes mal die Ideen. Dann kommt Ablenkung dazu.

Und nun ist Mitternacht vorbei und ich bin müde.