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2.10.17 10:32, kommentieren

Eremias 1.01 - Die Kontemplation

 Das Anforderungsprofil eines Verschwörungshistorikers lag völlig im Dunkeln, es war Neuland.

Die klassischen Geisteswissenschaften bildeten den Umfang bei Weitem nicht ab. Schließlich bewegen sich die modernen Verschwörungstheorien nicht nur in den Geisteswissenschaften, sondern mehr und mehr in den Naturwissenschaften, der Weltraumforschung und der Medizin.

Ein Germanist oder Altphilologe wäre heillos überfordert. Selbst ein Jurist mit Einserexamen und Auslandssemester konnte den Anforderungen nicht genügen.

Auch wenn Lehrer bei vielen Ereignissen glauben, die Besten zu sein, haben sie in diesem Fall einen entscheidenden Fehler, sie sind Besserwisser und somit unbrauchbar.

Es musste eine Persönlichkeit mit ganz anderem Kaliber für diese Aufgabe gewonnen werden.

Eremias war studierter Genetiker und hatte seinen Abschluss in Sinologie. Er verbrachte einige Jahre an der Universität Peking und sprach fließend Mandarin.

Zuletzt coachte er den Heilpraktikerbund und war für dessen Außendarstellung verantwortlich.

Mit 45 Jahren ließ er seinen 5 Jahresvertrag auslaufen, weil er der festen Meinung war, der Hype um die Pillendreher habe den Zenit überschritten.

Während eines Kurzurlaubes auf den Lofoten, Eremias war leidenschaftlicher Hochseeangler, erreichte ihn die Meldung, die europäische Forschungskommission beabsichtige, einen Lehrstuhl für Verschwörungstheorien ins Leben zu rufen.

Dafür war er, Eremias, der richtige Mann!

Ein Telefonat mit einer hochgestellten Persönlichkeit in Berlin, selbst Physikerin mit weitreichendem Einfluss, machte die Sache perfekt.

Eremias wurde der erste europäische Verschwörungshistoriker mit weitreichenden Befugnissen.

Mit seinem Lehrstuhl wollte Eremias an keine Grosstadtuniversität. Die besten Voraussetzungen, recherchierte er, habe er in Passau.

Dort seien schon immer die unterschiedlichsten Strömungen und Denkrichtungen vertreten gewesen.

Ein übermächtiger Klerus, eine sich selbst lähmende CSU bei einem umtriebigen SPD Bürgermeister, vermengt mit allerlei Okkultem, wie dem Scharfrichterhaus und den Goldhaubenfrauen.

Das alles in einem wunderbaren Dreiklang mit Hochwasser, Europabibliothek und dem Wallfahrtsort Mariahilf.

Mehr geht nicht, sagte sich Eremias im Stillen und pilgerte erst mal zur Kontemplation die 321 Stufen hoch zu Mariahilf.

17.7.17 13:30, kommentieren

Eremias – der Verschwörungshistoriker


Überall dort, wo Geheimniskrämerei und Okkultes zuhause sind, wird der Nährboden für Verschwörungstheorien bereitet.
Das gab es zu allen Zeiten, bis auf den heutigen Tag.

Das Agieren im Verborgenen, das Pflegen geheimer Rituale, ziehen Verschwörungstheoretiker magisch an.

Ist sie erst in der Welt hält sie sich über Jahrhunderte, selbst wenn es längst eine wissenschaftliche Erklärung dafür gibt.

Das Unbekannte beflügelt die Fantasie. Da kommt das eine zum anderen. Da ein vertrauliches Wort, dort eine Andeutung. Ein vielsagender Blick, betretenes Schweigen  und schon ist die Sache in der Welt.

Ein weites Feld für Verschwörungstheoretiker aller Couleur.

Selbst in unserer heutigen aufgeklärten Welt treiben Verschwörungstheorien fröhliche Urständ. Manchmal kommt es einem so vor, als ob der rational denkende Mensch besonders anfällig für Verschwörungstheorien ist. Irgendetwas muss jenseits des Rationalen existieren.
Das Unbekannte, nicht Erklärbare hat seine Faszination bewahrt.

Verschwörungstheoretiker gibt es wie Sand am Meer. Deshalb erstaunt es, dass sich niemand wissenschaftlich mit diesem Phänomen auseinendersetzt.

Verschwörungstheoretiker sind reale Menschen, die eine andere Meinung vertreten als der Mainstream. Deshalb muss ergründet werden, was sie davon abhält eine allgemein anerkannte Meinung anzunehmen.

So eine Aufarbeitung ist überfällig. Das fällt umso schwerer, da kein eindeutiger Studiengang existiert. In vielen geisteswissenschaftlichen Fächern werden Verschwörungstheorien am Rande erwähnt, vielleicht als besonderes Bonmot in einen Vortrag eingebaut oder als skurriles Faktum zum Besten gegeben. Eine ernsthafte Beschäftigung mit diesem weitverbreiteten Phänomen ist das nicht.

Das soll jetzt anders werden. Zum ersten Mal hat sich ein ernst zu nehmender Wissenschaftler diesem Phänomen angenommen. Systematisch sollen die einzelnen Verschwörungstheorien angegangen werden.

Es gibt bereits eine »Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften«, die sich Teile dieser Phänomene annimmt.
Hier wird die argumentative Seite besonders gepflegt, eine Ursachenforschung steckt noch in den Anfängen.

Krude Ideen und Hirngespinste sind keine wissenschaftliche Sprache. Trotzdem müssen sie erforscht werden.
Paranormale Phänomene, wie sie Verschwörungstheorien oft benutzen, müssen analysiert werden und dürfen nicht als Mumpitz abgetan werden.

Dies ist exakt das Feld des Verschwörungshistorikers.
Sein Name: EREMIAS

15.7.17 11:17, kommentieren

Es ist mir entfallen


Heute Morgen ging mir die ganze Zeit etwas im Kopf herum und jetzt weiß ich es nicht mehr.
Es war ein Thema, über das ich heute schreiben wollte.
Vergesslichkeit war es nicht, das hätte ich nicht vergessen. Das hatte irgendetwas mit einem Spruch zu tun, wie »Morgenstund hat Gold im Mund«. Der war es nicht, aber was Ähnliches.

Da hilft nur eines, ablenken und hoffen, dass es spontan wiederkommt. Wer jetzt über einen verlorenen Gedankengang nachgrübelt, kommt nicht mehr drauf.

Übrigens, das mit der Morgenstund ist eine wortgetreue Übersetzung des lateinischen Lehrbuchsatzes: »aurora habet aurum in ore«.
Erasmus von Rotterdam schrieb das in einem Brief an seinen Schüler Christian Northoff.

Das wollte ich aber nicht erzählen!

Ich lasse mich zu leicht ablenken. Kaum habe ich einen Gedankengang, kann es passieren, dass ich mich darin verliere. Das mag ja in vielen Fällen schön sein, es kann aber lästig werden, wenn man andauernd vom Thema abkommt, besonders, wenn man das ursprüngliche vergessen hat.

Wussten sie, dass besagter Erasmus das uneheliche Kind des Priesters Rotger Gerard aus Gouda und seiner Haushälterin, war? Er hatte noch einen älteren Bruder, der Peter hieß.

Die haben das mit dem Zölibat nicht so genau genommen, bei den Prachtbuben!

Das hinderte Erasmus nicht daran, ein bedeutender niederländischer Gelehrter des Renaissance-Humanismus zu werden. Er war Theologe, Priester, Augustiner-Chorherr, Philologe und Autor zahlreicher Bücher.

Wäre der Zölibat von beiden eingehalten worden, wäre der Welt ein bedeutender Gelehrter durch die Lappen gegangen.

Und wer Christian Nordhoff war, schauen sie bitte selber nach!

25.6.17 10:31, kommentieren

Was machst Du da?

Diese Frage begleitet mich seit meiner frühesten Kindheit bis auf den heutigen Tag.

»Was machst Du da?«

Es ist nicht so, dass ich jedes mal darauf geantwortet hätte. Das kam immer darauf an, wer fragte und, noch wichtiger, was ich in dem Moment gerade machte.

Es gab Beschäftigungen, die niemand wissen sollte, andere Dinge wiederum waren harmlos. Dann antwortete ich mit: »Ich lese gerade« oder »ich mache mir einen Kaffee!« Das wurde in den allermeisten Fällen akzeptiert. Damit war die Sache erledigt, der Fragesteller war zufrieden und ich konnte weitermachen.

Gefährlich war die knappe Antwort »Nix!«
Da war Zündstoff drinnen. Eine anschließende Diskussion nicht auszuschließen.
»Nichts« oder »Nix« hieß in Wirklichkeit ja: »Das geht Dich nichts an!« Da musste man höllisch aufpassen, wem man diese Antwort gab.
Bei einem gleichaltrigen Freund war sie harmlos. Bei Muttern musste das wohl überlegt sein, ob das die beste Antwort war. Das konnte gravierende Folgen nach sich ziehen.
Nicht nur bei Muttern, genau so beim Lehrer, Partner oder beim Vorgesetzten.

Ganz anders die Frage: »Was machst DU denn da?«, mit einer starken Betonung auf dem »DU«.
Da geht es nicht darum, welche Tätigkeit ich gerade verrichte, sondern um meine wohl überraschende Anwesenheit. Diese Frage kann Freude ausdrücken, aber auch Entsetzen. Da ist die Mimik entscheidend!
Ein klärendes »Warum ich denn da war«, wird in vielen Fällen gar nicht erwartet.
Wenn sich alle freuen, sagt man vielleicht »Überraschung!« Und wenn ihnen das Entsetzen im Gesicht steht eventuell »Ihr müsst mich schon aushalten!«

Die Frage »Was machst Du da?«, kann sogar ins Erotische abdriften. Dann ist keine Antwort gefragt, sondern ein Weitermachen, das überall auf der Welt ohne Worte auskommt. Wenn dabei noch ein wohliger Seufzer mitschwingt, dann erfordert die Antwort keine Worte, sondern Taten!

»Was machst Du da?«, ist dann die ultimative Aufforderung bloß nicht damit aufzuhören!

21.6.17 07:49, kommentieren

Sonntagmorgen nicht auf dem Balkon

Warum sagt man zu einer alkoholbedingten Unpässlichkeit »Kater«?

Aber erst mal von vorne.

Ein Traumwetterchen kündigt sich an. Blauer Himmel, Sonne pur, Vogelgezwitscher.

Die Sonne ist zu grell, das Gezwitscher zu laut und beim Blick hinauf ins Blaue wird mir schwindelig! Statt Kaffee erst mal nur Aspirin.

Der Rollo im Büro wird halb heruntergelassen. Jetzt wird das Maschinengeräusch im Kopf nicht erträglicher, aber beherrschbar.

Hinlegen? Bloß nicht! Dann dreht sich alles.

Eimer? Ich muss nie Kotzen!

Der Sessel ist’s! Da steh’ ich heute nicht mehr auf!

Der Einzige, der mich versteht, ist Camillo, unser Hund. Er liegt zwischen meinen Füßen, mit der Schnauze auf dem linken, mit zwei Pfoten auf dem rechten. Das ist ein eindeutiges Signal: »Bruder, wir verstehen uns!«

Jetzt kann ich einigermaßen gemütlich vor mich hin leiden. Dabei geht bestimmt der ganze Tag drauf.

Bewegen und an die frische Luft gehen, ist nicht. Solche Vorschläge können nur von Masochisten stammen.

Zurück zum »Kater«.

In der Fachsprache ist das eine Alkoholintoxikation, also eine Vergiftung. Das Wort stammt ursprünglich aus der studentischen Umgangssprache des 19. Jahrhunderts und ist scherzhaft abgeleitet von »Katarrh«, der jedoch mit den alkoholbedingten Symptomen nicht vergleichbar ist.

Katzenjammer hingegen ist die entschärfte Version des Wortes „Kotzen-Jammer“ aus der Goethe-Zeit.

Der Kater hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht gewandelt, egal welche Getränke in Mode kamen, egal wie viel gesoffen wurde. Egal, ob die Schwarzen oder die Roten an der Macht waren.. Solche konstanten Größen gibt es nicht so oft in unserer Geschichte.

Kaiser kamen und gingen, das gilt auch für Kanzler und andere Präsidenten. Auf einen Kater war und ist immer Verlass.

Wer seinen Kater etwas länger behalten will, Rauchen ist ein Garant dafür.

Wenn Sie jetzt glauben, ich habe diese Zeilen bei einem Kater geschrieben, dann irren Sie. Da hat man keine solchen hochtrabenden Gedanken. Da ist man nur mit sich selbst beschäftigt.

18.6.17 10:11, kommentieren

Im Baumarkt ist die Hölle los

Der Baumarkt war mal das klassische Männerrefugium. Damit ist jetzt Schluss!
Es kündigte sich schon vor Jahren an, als immer mehr Märkte Teppiche und Vorhangstoffe mit allem drum und dran ins Sortiment nahmen.
Jetzt passierte es!

Der erste Baumarkt verkauft Schuhe!
Nicht nur Arbeitsschuhe, die hatte er schon immer im Sortiment.
Nun verkauft ein Baumarktmitarbeiter in Latzhose, mit Meterstab in der Hose, elegante Damenschuhe. Das Sortiment braucht sich hinter einem konventionellen Schuhgeschäft nicht verstecken. Alle gängigen Marken sind vorrätig. Selbst die neuesten Modelle der Schuhmessen gehören zum Angebot.

»Wer einem Handwerker die passende Schlagbohrmaschine verkaufen kann, der wird selbstverständlich einer Dame passendes Schuhwerk empfehlen können«, so der Geschäftsführer der bekannten Baumarktkette.

Die Damenwelt rennt ihm seitdem die Bude ein.

»Der Bodo, das ist ein ganz Lieber!«, flötete eine Kundin, die soeben zwei paar Schuhe kaufte.
»Wie der so vor mich hinkniete und mir die neuen Schuhe anzog. Da lief mir direkt ein wohliger Schauer über den Rücken!«

Sie war heute nicht die einzige Kundin, die von Bodo bedient wurde. Zeitweise standen sie Schlange.

»Außer Bodo lasse ich niemanden mehr an meine Füße!«, versicherte eine Grundschullehrerin mit Doppelnamen. »Der Junge ist so was von einfühlsam und taktvoll!«

»Da fühlt man sich gleich um ein paar Jährchen jünger!«, meinte eine Rentnerin, die soeben ein Paar hellbeige Mokassins erstand.

»Bodo weiß ganz genau, was ich tragen kann. Da muss ich nicht mehr lange suchen und anprobieren. Der stellt mir ein Paar hin und exakt die sind es!«, berichtete begeistert eine Chefsekretärin, die gleich drei Paar Schuhe kaufte. Wegen der sperrigen Einkaufstüte schickte Bodo sogar einen Baumarktmitarbeiter zum Tragen mit.

In wenigen Wochen war das »Phänomen Bodo« in der Kleinstadt in aller Munde.

Ein alteingesessenes Schuhgeschäft in bester Lage am Marktplatz musste Insolvenz anmelden.

Von der neuen Reklametafel neben der Baumarkteinfahrt prangte der Spruch:
»Wir können nicht nur Bretter zuschneiden!«
Daneben sah man Bodo in Latzhose abgebildet mit ein paar eleganten Treterchen in der Hand.

So manches Selfie wurde geschossen mit dem Plakat im Hintergrund.

Führende Schuhdesigner fanden den Weg in die Provinz zu Bodo. Von Ihm wollten sie alle den kommenden Schuhtrend erfahren.
Was der Junge empfahl, wurde zum Topseller in der Schuhbranche.

In einem Interview mit einer Frauenzeitschrift meinte Bodo bescheiden, er habe halt den richtigen Geschmack und Herrenschuhe seien nicht so sein Ding! Männerfüße seien nun mal nicht für die Schuhmode geeignet. Er habe schon immer ein Faible für Damenschuhe.

Zum Jahresende wurde Bodo von oben erwähnter Frauenzeitschrift zum Mann des Jahres gekürt, und die bundesweit aufgestellte Baumarktkette bestimmte ihn zum Topverkäufer.

2.6.17 18:56, kommentieren


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